Auch jetzt noch: Gute Chancen auf einen tollen Ausbildungsplatz
20.08.2026
KETTWIG: IG BAU macht jungen Menschen Mut
Von Nina van Bevern
Für junge Menschen aus Kettwig, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, ist der Zug noch längst nicht abgefahren. In Essen sind derzeit noch 939 Ausbildungsplätze frei. Auch das Baugewerbe bietet Chancen: 37 Ausbildungsstellen sind dort noch unbesetzt, darunter fünf im Garten- und Landschaftsbau, 16 für Maler und Lackierer sowie sieben für Dachdecker.
Darauf weist die IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen hin. 'Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen“, sagt Tobias Umbreit, Vorsitzender der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen. Mit einer Ausbildung seien die beruflichen Perspektiven in der Regel besser und die Arbeitsplätze langfristig sicherer. Umbreit rät deshalb allen, die noch keine Berufsausbildung haben, „doch noch den ‚Ausbildungs-Kick‘ zu geben“. Auch für Jugendliche aus Kettwig kann sich deshalb ein Blick auf die noch offenen Stellen in Essen und Umgebung lohnen. Das Angebot sei breit gefächert, betont die Gewerkschaft.
Gesucht werden nicht nur Nachwuchskräfte im Handwerk, sondern in vielen unterschiedlichen Branchen. Der Bedarf ist groß: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben in Nordrhein-Westfalen rund 642.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung und keinen Ausbildungsplatz. In Essen haben laut Arbeitsagentur 84 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren keinen Berufsabschluss. Gerade ihnen empfiehlt die Gewerkschaft, sich jetzt noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umzusehen. „Jetzt im August und September starten die Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, erklärt Umbreit.
Wer aus Kettwig oder den umliegenden Stadtteilen noch Orientierung bei der Berufswahl oder Ausbildungssuche benötigt, kann sich nach Angaben der IG BAU an eine Berufsberatung wenden. Als Anlaufstelle nennt die Gewerkschaft die Jugendberufsagentur (JBA). Auch die Arbeitsagentur bietet Beratung vor Ort und digital an. Ein persönliches Gespräch könne sich dabei immer lohnen, so die IG BAU.
Darüber hinaus empfiehlt Umbreit, selbst aktiv auf Ausbildungsbetriebe zuzugehen: „Mutig auf die Betriebe zugehen. Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus, ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz.“ Bei der Suche sollten Jugendliche nicht nur auf den Beruf achten. Auch Ausbildungsqualität, Bezahlung und die Perspektiven nach dem Abschluss seien wichtige Kriterien. Die IG BAU rät deshalb, möglichst Betriebe auszuwählen, die fair ausbilden und bezahlen und beispielsweise an einen Tarifvertrag gebunden sind.
Foto: IG BAU
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