Viele Betriebe suchen weiterhin Nachwuchs
11.08.2026
ESSEN: Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz
Von Nina van Bevern
Wer in Kettwig und dem übrigen Essener Stadtgebiet noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, muss die Hoffnung nicht aufgeben. Auch nach dem offiziellen Start des Ausbildungsjahres bieten zahlreiche Unternehmen weiterhin freie Stellen an. Besonders im Gastgewerbe, im Bäckerhandwerk und in der Lebensmittelindustrie werden noch Auszubildende gesucht. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhrgebiet hin.
Nach Angaben der Arbeitsagentur sind in Essen derzeit noch 939 Ausbildungsplätze unbesetzt. Allein Hotels, Restaurants und Gaststätten suchen noch 15 Nachwuchskräfte. In der Lebensmittelindustrie sind 19 Ausbildungsplätze frei, Bäckereien bieten aktuell 33 jungen Menschen die Möglichkeit, ins Berufsleben zu starten. „Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen als Startphase ins Berufsleben nutzen. Die meisten Betriebe sind da flexibel: Die Ausbildung muss nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was“, sagt Martin Mura, Geschäftsführer der NGG Ruhrgebiet.
Sein Appell richtet sich an Jugendliche, die bislang noch keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben. Statt auf kurzfristige Gelegenheitsjobs zu setzen, empfiehlt die Gewerkschaft den Einstieg in eine qualifizierte Berufsausbildung. „Wer sich in Betrieben später weiterentwickeln will, der braucht eine solide Ausbildung als Fundament. Die drei Jahre Ausbildung sind gut investiert“, betont Mura. Ebenso wichtig sei die Wahl des richtigen Ausbildungsbetriebes. Nach Ansicht der NGG sollten junge Menschen darauf achten, dass ihr Betrieb nach Tarif bezahlt und eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) besitzt. Diese setze sich für die Interessen der Auszubildenden ein und achte darauf, dass der Ausbildungsplan eingehalten werde.
Gerade im Bäckerhandwerk komme es darauf an, alle Inhalte des Berufs kennenzulernen. „Angehende Bäckereifachverkäuferinnen sollten nicht nur zum Brötchenschmieren im Hinterzimmer abgestellt werden. Sie müssen vor allem in den Verkauf und an die Kasse. Denn zur Ausbildung gehört auch der kaufmännische Teil“, erklärt Martin Mura. Für Jugendliche aus Kettwig, die ihren beruflichen Weg noch nicht eingeschlagen haben, könnte sich ein Blick auf die noch offenen Ausbildungsangebote daher auch jetzt noch lohnen. Nach Einschätzung der NGG ist der Einstieg in vielen Betrieben weiterhin problemlos möglich.
Foto: NGG
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