Betriebe hoffen noch auf Azubi-Nachwuchs
09.08.2026
KETTWIG / ESSEN: Kreishandwerkerschaft
Von Nina van Bevern
Der Start ins neue Ausbildungsjahr rückt näher. Doch wer in Kettwig und Essen noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, muss sich keine Sorgen machen. Viele Handwerksbetriebe suchen weiterhin motivierte Nachwuchskräfte und bieten auch kurz vor dem offiziellen Ausbildungsbeginn im August und September noch freie Lehrstellen an. Die Kreishandwerkerschaft wirbt deshalb bei Schulabgängern und ihren Eltern dafür, die Chancen im Handwerk jetzt zu nutzen.
Nach Angaben der Kreishandwerkerschaft sind die Perspektiven in vielen Handwerksberufen ausgezeichnet. Gesucht werden Auszubildende in zahlreichen Gewerken, von klassischen Bau- und Ausbauberufen über das Lebensmittelhandwerk bis hin zu modernen Berufen rund um Energie, Klima und Nachhaltigkeit. Dabei komme es nicht allein auf gute Schulnoten an. „Entscheidend ist für uns nicht, wo jemand herkommt, sondern wo er oder sie hinmöchte“, betont Kreishandwerksmeister Martin van Beek.
Motivation, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, mit anzupacken, seien Eigenschaften, auf die die Betriebe besonderen Wert legten. Das Handwerk sei seit jeher ein Ort, an dem junge Menschen berufliche Perspektiven und Aufstiegschancen erhielten. Auch die Diskussion um Künstliche Intelligenz ändere nichts an den guten Zukunftsaussichten der Branche. Zwar werde KI Arbeitsabläufe verändern und neue Werkzeuge hervorbringen, viele handwerkliche Tätigkeiten ließen sich jedoch nicht ersetzen. „Ein Dach decken, ein Bad sanieren oder die Energiewende vor Ort umsetzen kann sie jedoch nicht“, sagt van Beek. Handwerksberufe seien deshalb auch künftig gefragt und böten sichere Arbeitsplätze.
Wer sich noch nicht sicher ist, welcher Beruf der richtige ist, sollte nach Ansicht der Kreishandwerkerschaft zunächst ein Praktikum absolvieren. So könnten Jugendliche den Berufsalltag kennenlernen und herausfinden, wo ihre Stärken liegen. „Man kann Berufe nicht googeln, man muss sie erleben“, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Weber. Gleichzeitig hätten die Betriebe die Möglichkeit, den Menschen hinter den Schulnoten kennenzulernen. Nicht selten werde aus einem Praktikum später ein Ausbildungsvertrag.
Die Kreishandwerkerschaft weist außerdem darauf hin, dass ein Einstieg in die Ausbildung auch kurz vor oder sogar noch nach dem offiziellen Ausbildungsstart möglich ist. Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, hat deshalb weiterhin gute Chancen, in einem Handwerksbetrieb in der Nähe ins Berufsleben zu starten. Interessierte Betriebe, die gezielt Praktikumsplätze anbieten, sind hier zu finden: www.handwerk-essen.de/praktikum.
Foto: IG BAU
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