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Gewerkschaft ruft zu mehr Großzügigkeit auf

19.05.2026

ESSEN: Welt-Trinkgeld-Tag 
Von Nina van Bevern 

Zum „Welt-Trinkgeld-Tag“ am 21. Mai appelliert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an Gäste in Essen, beim Trinkgeld nicht zu sparen. Nach Angaben der NGG arbeiten in Essen rund 11.500 Menschen in Restaurants, Gaststätten, Biergärten und Hotels. „Der Rest ist für Sie!“ Diesen Satz höre jeder Kellner gerne, sagt Martin Mura von der NGG Ruhrgebiet. 

Üblich seien etwa zehn Prozent Trinkgeld, „15 Prozent dürfen es aber auch sein“. Für viele Beschäftigte sei das zusätzliche Geld wichtig, da die Löhne in der Branche oft niedrig seien. Kritisch sieht die Gewerkschaft Betriebe, die Trinkgeld mit dem Lohn verrechnen wollen. „Lohn ist Lohn. Und Tip ist Tip“, betont Mura. In vielen Betrieben werde das Trinkgeld im Team aufgeteilt, damit auch Küchenhilfen oder Minijobber profitieren. Vor allem bei Kartenzahlung sollten Gäste nachfragen, ob das Trinkgeld tatsächlich beim Personal ankommt. 

Skeptisch blickt die NGG zudem auf Kartenlesegeräte mit vorgeschlagenen Trinkgeld-Beträgen. Viele Gäste fühlten sich dadurch „genervt oder sogar überfordert“. Besonders wenig Trinkgeld werde laut NGG in Fast-Food-Restaurants gegeben. Gerade dort seien die Beschäftigten jedoch oft schlecht bezahlt. Deshalb fordert die Gewerkschaft höhere Tariflöhne und will sich bei den kommenden Verhandlungen für ein Plus von sechs Prozent einsetzen.  

Foto: NGG  

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