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NGG greift Management um CEO Dr. Christian Hörger scharf an: „Wer so handelt, darf nicht von Verantwortung sprechen“

11.05.2026

ESSEN: Die NGG Region Ruhrgebiet kritisiert die angekündigte Schließung des Lieken-Werks in Essen mit aller Schärfe. Nach Informationen aus der Mitarbeiterversammlung am 8. Mai 2026 soll der Standort der Lieken Brot- und Backwaren GmbH, Weidkamp 230 in Essen, zum 31. Dezember 2026 geschlossen werden. Betroffen sind mehr als 100 Beschäftigte. 

Die aktuelle Pressemeldung der NGG erklärt weiter: Lieken ist vielen Menschen durch bekannte Marken wie GOLDEN TOAST und LIEKEN URKORN bekannt. Umso größer ist der Widerspruch: Nach außen starke Marken – im Betrieb sollen über 100 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. „Das Management um CEO Dr. Christian Hörger serviert hier über 100 Beschäftigte eiskalt ab. Menschen, die jahrelang Schichten gefahren, produziert und dieses Unternehmen getragen haben, sollen jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren. Das ist keine abstrakte Unternehmensentscheidung. Das trifft Familien, Existenzen und Zukunftspläne“, erklärt Martin Mura, Geschäftsführer der NGG-Region Ruhrgebiet. 

Besonders scharf kritisiert die NGG den Zeitpunkt. Im Werk Essen gibt es derzeit keinen Betriebsrat. Die Betriebsratswahl ist eingeleitet; gewählt wird am 9. Juni 2026 „Diese Schließungsankündigung wurde ausgerechnet in einer Phase gemacht, in der die Belegschaft noch keinen neu gewählten Betriebsrat im Betrieb hat. Wer Verantwortung trägt, sorgt in einer solchen Lage für Transparenz und faire Beteiligung. Alles andere ist sozialpolitisch instinktlos und wirft erhebliche Fragen auf“, so Mura. 

Bereits im Vorfeld hatte die NGG beim Arbeitgeber nachgefragt, welche Inhalte in der Mitarbeiterversammlung besprochen werden sollen. Eine belastbare Auskunft erhielt die Gewerkschaft nicht. Stattdessen wurde deutlich gemacht, dass die NGG bei der Versammlung nicht erwünscht sei und man gegebenenfalls vom Hausrecht Gebrauch machen werde. 

„Wenn über 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, wäre Offenheit das Mindeste. Stattdessen wird eine Gewerkschaft, die Beschäftigte informieren und unterstützen will, auf Distanz gehalten. Das sagt viel über das Verständnis von Dialog und Verantwortung in diesem Management“, stellt Mura klar. Auch Hinweise auf angeblich sozialverträgliche Lösungen ändern für die NGG nichts am Kern. „Ein sozialverträglicher Stellenabbau bleibt ein Stellenabbau", betont Mura. 

Die NGG fordert Lieken auf, sofort alle Fakten offenzulegen: wirtschaftliche Gründe, Zeitplan, Alternativen zur Schließung und konkrete Folgen für die Beschäftigten. „Wir werden diese Entscheidung nicht einfach hinnehmen. Wer glaubt, man könne über 100 Arbeitsplätze in Essen geräuschlos streichen, irrt sich gewaltig“, erklärt Mura abschließend.  

Foto: NGG  

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