Gedenkminute für verunglückte Beschäftigte
30.04.2026
ESSEN: Gewerkschaft ruft zum Sicherheitscheck auf
Von Nina van Bevern
Am kommenden Dienstag steht der Arbeitsschutz im Mittelpunkt: Mit einer Gedenkminute um 12 Uhr sollen Beschäftigte an Kolleginnen und Kollegen erinnern, die bei der Arbeit verunglückt sind oder durch ihren Job krank wurden. Anlass ist der internationale „Workers’ Memorial Day“, zu dem die Industriegewerkschaft BAU Mülheim-Essen-Oberhausen aufruft. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft die Betriebe auf, die Sicherheit am Arbeitsplatz kritisch zu hinterfragen.
„Egal, ob auf der Baustelle, am Fließband oder im Büro“: die IG BAU appelliert an alle Beschäftigten, sich an der Aktion zu beteiligen und innezuhalten. Die Gedenkminute solle ein sichtbares Zeichen für mehr Arbeitsschutz sein und zugleich das Bewusstsein für Risiken im Arbeitsalltag schärfen. Darüber hinaus ruft die Gewerkschaft zu einem betrieblichen Sicherheitscheck auf. Unter dem Motto „Wo lauern Gefahren?“ sollen Beschäftigte gemeinsam mit ihren Arbeitgebern mögliche Risiken identifizieren und offen ansprechen. „Es ist wichtig, über die Risiken am eigenen Arbeitsplatz zu sprechen. Denn jeder Unfall ist einer zu viel“, betont Tobias Umbreit, Vorsitzender der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen.
Arbeitssicherheit dürfe nicht vernachlässigt werden: „Die Arbeitssicherheit ist keine lästige Pflicht, sondern ein Muss. Daran darf der Chef keinen Cent sparen.“ Dabei gehe es nicht nur um klassische Unfallgefahren, sondern um ein breites Spektrum an Belastungen. Umbreit nennt konkrete Beispiele: „Um den Sturz von der Leiter und das Ausrutschen mit der Motorsäge genauso wie ums Sanieren von Asbest-Gebäuden.“ Aber auch psychische Belastungen rückten stärker in den Fokus. „Auch um Psycho-Druck – vom hohen Arbeitstempo bis zu Stressfaktoren mit Burnout im Büro“, so der Gewerkschafter. Die IG BAU sieht sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte in der Verantwortung. Im Arbeits- und Gesundheitsschutz sei Eigeninitiative gefragt. Passend dazu steht der diesjährige Workers’ Memorial Day unter dem Motto: „Sag ‚Stopp!‘, wenn es gefährlich ist.“
Foto: IG BAU
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