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Tempo-30-Versuch auf Heiligenhauser Straße und Ringstraße

14.03.2026

KETTWIG: Lokalpolitik 
Von Nina van Bevern 

Die Ratsfraktionen von CDU und SPD wollen auf der Heiligenhauser Straße und der Ringstraße einen einjährigen Verkehrsversuch mit Tempo 30 starten. Ziel ist es, die Auswirkungen auf Verkehrssicherheit, Lärm, Verkehrsfluss und den Radverkehr genauer zu untersuchen. Ein entsprechender gemeinsamer Antrag wurde im Ausschuss für Verkehr und Mobilität bereits mehrheitlich beschlossen und soll nun noch vom Rat der Stadt Essen entschieden werden. 

Mit dem Vorschlag reagieren die Fraktionen auch auf Kritik aus der Bürgerschaft. Die Stadtverwaltung hatte zuvor einen umfangreichen Umbau der Straße mit einem neuen Fahrradweg vorgeschlagen. Die Kosten dafür hätten nach Angaben aus der Politik im hohen einstelligen Millionenbereich gelegen. Zudem hätten dabei nahezu alle Parkplätze für Anwohnerinnen und Anwohner entfallen können. Viele Anwohner hätten sich außerdem nicht ausreichend in die bisherigen Planungen einbezogen gefühlt. Die Kettwiger Ratsmitglieder Daniel Behmenburg und Yannick Lubisch führten deshalb zahlreiche Gespräche vor Ort und suchten gemeinsam mit den verkehrspolitischen Sprecherinnen und Sprechern von CDU und SPD, Ulrich Beul und Agnes Tepperis, nach Alternativen. 

Herausgekommen ist der Vorschlag eines zeitlich befristeten Tempo-30-Versuchs. „Uns ist wichtig, dass wir bei dieser sensiblen Verkehrsfrage nicht ideologisch, sondern faktenbasiert entscheiden. Ein Praxistest schafft eine verlässliche Grundlage, um zu sehen, welche Auswirkungen eine Geschwindigkeitsreduzierung bereits hat“, wird Daniel Behmenburg in einer aktuellen Pressemitteilung zitiert. Der Verkehrsversuch soll nach den Vorstellungen der Antragsteller zwölf Monate dauern und wissenschaftlich begleitet werden. Vor Beginn sollen unter anderem Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeiten, Unfallzahlen und die Lärmbelastung erfasst werden. Während der Testphase würden Veränderungen dokumentiert und anschließend ausgewertet. 

Nach Einschätzung von Yannick Lubisch könnte der Versuch auch mit Blick auf die weitere Entwicklung des Stadtteils wichtig werden. „Gerade im Zusammenspiel mit dem geplanten Neubaugebiet am Berschener Weg wird sich die Verkehrssituation weiter verändern. Deshalb ist es sinnvoll, die Entwicklung jetzt genau zu beobachten und belastbare Daten zu sammeln“, erklärt er. Auch Fragen des Verkehrsflusses sollen in die Bewertung einfließen. „Viele Anwohnerinnen und Anwohner wünschen sich mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm. Gleichzeitig müssen wir aber auch den Verkehrsfluss und die Situation für Pendler im Blick behalten“, betont Ulrich Beul. Der Verkehrsversuch könne helfen, diese unterschiedlichen Interessen sorgfältig abzuwägen. 

Für Agnes Tepperis steht vor allem die praktische Erkenntnis im Vordergrund. „Wir wollen wissen, welche Maßnahmen wirklich funktionieren. Deshalb soll der Versuch wissenschaftlich begleitet und anschließend ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage können Politik und Verwaltung dann verantwortungsvoll entscheiden“, so Tepperis. 

Begleitet werden soll der Versuch von der Stadtverwaltung, dem zuständigen Straßenbaulastträger sowie der Polizei. Auch Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien ausdrücklich erwünscht. Ansprechpartner vor Ort sind laut Mitteilung die Kettwiger Ratsmitglieder Yannick Lubisch und Daniel Behmenburg. 

Unabhängig vom Tempo-30-Test sprechen sich CDU und SPD zudem dafür aus, die Bushaltestellen „Kettwig vor der Brücke“ nicht wie ursprünglich geplant weiter in Richtung Brücke zu verlegen. Stattdessen sollen sie am bisherigen Standort barrierefrei ausgebaut werden. Darüber hinaus bitten die Fraktionen die Verwaltung zu prüfen, wie im Umfeld zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen oder vorhandene Flächen besser genutzt werden können.  

Foto: Daniel Behmenburg  

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