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Zwischen Tradition und Zukunft

08.01.2026

KETTWIG: 120 Jahre SPD 
Von Nina van Bevern 

Mit einem festlichen Abend im Alten Bahnhof haben die Sozialdemokraten der Gartenstadt ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik, Vereinen und Stadtgesellschaft kamen zusammen, um auf mehr als ein Jahrhundert sozialdemokratischen Engagements zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorn zu richten. „120 Jahre – das ist eine beeindruckende Zahl“, betonte der Vorsitzende der SPD Kettwig, Daniel Behmenburg, gleich zu Beginn des Festakts. 

Es seien 120 Jahre gewesen, „in denen Menschen hier in unserem Kettwig sich zusammengeschlossen haben, um für soziale Gerechtigkeit, für Demokratie, für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen“. Dabei habe stets der Gedanke im Mittelpunkt gestanden, nicht den eigenen Vorteil zu suchen, sondern zu fragen: „Wie können wir gemeinsam unser Kettwig besser machen?“ 

Nach einem Grußwort von Julis Klewin war Ina Blumenthal MdL, parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion, die Festrednerin des Abends. In ihrer Rede würdigte sie vor allem die Arbeit der Basis: „Nicht die großen Namen allein machen Geschichte. Ohne die Kraft der Menschen vor Ort, ohne die unermüdliche Arbeit auf der Straße, in den Vereinen, an den Haustüren, wäre die Geschichte unserer SPD nie geschrieben worden.“ Zugleich rief sie dazu auf, den Mut zur Erneuerung nicht zu verlieren. „‚Das haben wir immer schon so gemacht‘ – das ist der Satz, der Fortschritt tötet. ‚Wir probieren es neu‘ – das ist der Satz, der Zukunft möglich macht.“ 

Wie sich Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kettwiger SPD miteinander verbinden lassen, zeigte anschließend eine Talkrunde mit Kathrin Engelhardt, Wolfgang Göbels, Susanne Kemper und Daniel Behmenburg, moderiert von Udo Heugen. Persönliche Erinnerungen und politische Einordnungen machten dabei deutlich, wie eng die Partei mit dem Stadtteil verwurzelt ist. 

Großen Zuspruch fand auch die historische Ausstellung zur 120-jährigen Geschichte der SPD in Kettwig. Vorstandsmitglied Danielle Behmenburg hatte über Monate hinweg Zeitungsartikel, Fotos, Dokumente und eine Chronik zusammengetragen, die viele Gäste zum Stöbern und Verweilen einluden. 

Ein weiterer Höhepunkt waren die Ehrungen langjähriger Mitglieder, vorgenommen vom Essener SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Frank Müller. Die Jubilare nutzten die Gelegenheit, von ihren persönlichen Beweggründen für den Eintritt in die SPD zu berichten. Den stimmungsvollen Abschluss des Abends bildete schließlich eine alte sozialdemokratische Tradition: das gemeinsame Singen von Arbeiterliedern, begleitet von Erni Broszik auf der Quetsche. Ein musikalischer Ausklang, der Geschichte lebendig werden ließ. 

Fotos: SPD Kettwig 

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