„Wer nicht unbedingt vor die Tür gehen muss, der kommt auch nicht“
17.12.2020
KETTWIG: Einzelhandel im Lockdown
Von Nina van Bevern
Seit Mittwoch befindet sich das ganze Land im harten Lockdown. Viele Geschäfte mussten ihre Türen schließen, auch in der Gartenstadt liegt ein Großteil der Geschäftswelt brach. Wie beurteilen unsere Einzelhändler die aktuelle Lage, wie sehen sie die Zukunft? Kettwig intern hat mit Detlev Kreimeier (DET) genau darüber gesprochen. Der Fotograf darf weiterhin seine Dienste wie Passbilder etc. im Ladenlokal an der Hauptstraße anbieten und im Anschluss an ein Shooting auch Bilderrahmen und Ähnliches verkaufen. Das geht mit den aktuellen Auflagen konform.
Und trotzdem ist zurzeit alles anders: „Man merkt natürlich sehr deutlich, dass kaum Menschen unterwegs sind. Die, die nicht raus müssen, bleiben halt zuhause. Ja, ich darf mein Geschäft öffnen, spüre aber, dass viel weniger los ist und das macht sich natürlich auch in der Kasse bemerkbar“, erklärt Kreimeier. Viele Einzelhändler versuchen, das sonst so lukrative Weihnachtsgeschäft zumindest etwas aufrecht zu halten und bieten einen Lieferservice an. „Das finde ich eine ganz tolle Idee. Auch wenn das für mich zwar nicht möglich ist, denn ich kann keine Passbilder to go anbieten, finde ich es richtig, dass zahlreiche Einzelhändler diesen Weg gehen.“ Und auch für die Kettwiger ist es eine Bereicherung, sich Essen, Bücher, Kleidung und Co. auf Wunsch nach Hause liefern zu lassen oder vor Ort abzuholen. So schwierig die aktuelle Situation auch für den Fotografen ist, er kann die Haltung der Regierung verstehen und sieht die Notwendigkeit für einen harten Lockdown.
Kritischer sieht er den Umgang mit den versprochenen finanziellen Hilfen vom Land. „So wie ich das mitbekomme, funktioniert das ja nicht wirklich gut. Zum einen ist es schwierig, die Hilfen überhaupt zu beantragen, da man dafür einen Steuerberater beauftragen muss, zum anderen wurden bislang ja kaum Gelder gezahlt. Da erhoffe ich mir von der Regierung vereinfachte Verfahren, und dass man uns das Geld nicht nur verspricht, sondern bitte auch zahlt.“
Foto: Kosmas Lazaridis
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